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BSE, MKS, Landwirtschaft und.....

Aktuelles im Juli 2002

Hat Österreich seinen ersten Bioskandal?
Nach einer Veröffentlichung des “Falter” vom 10.7.2002 herrschen in dem Bioparadies Österreich in der Biobranche Schlamperei und Betrug. So sollen nach einem Bericht des langjährigen Chefs des österreichischen Ernte-Verbandes, in dem etwa 65% aller Biobauern organisiert sind, 650 to. Getreide und Tausende Kilo Rindfleisch von “konventionell” nach “Bio” umdeklariert worden sein.

Nochmals Bio:
nach einer Untersuchung des amerikanischen “Center of Global Food Issues” haben amerikanische und kanadische Bio-Lebensmittel einen Marktanteil von 1%. Dieser Anteil ist jedoch von 8% aller dortigen Rückrufaktionen und öffentlichen Risikowarnungen wegen einer eventuellen Verbrauchergefährdung betroffen.

MPA(Medroxy-Progesteron-Azetat)
diese 3 Buchstaben sorgen im Juli für den nächsten Lebensmittelskandal, der vorrübergehend zur Schließung von über 1800 landwirtschaftlichen Betrieben führte.

Dieses im Tierfutter verbotene Wachstumshormon war in demselben nachgewiesen worden. Der Ursprung dieses Hormons ist bei einem irischen Pharmahersteller zu finden. Dort sollen mit MPA belastete Zuckerlösungen fälschlicherweise als unbedenklich deklariert worden sein, die dann an eine belgische Firma verschickt wurden. Von dort wurden die Produzenten von Futtermitteln und Erfrischungsgetränken beliefert.

Erstaunlich in diesem Zusammenhang ist, dass unsere Verbraucherministerin zwar frühzeitig vom momentanen Schweinefleischverzehr abriet; jedoch über die Gefahr des Verzehrs außerlandwirtschaftlicher Produkte, die ebenfalls mit MPA belastet sein könnten, keine Angaben machte.

Eine Gesundheitsexpertin machte in der Spätausgabe der ZDF “Heute” Sendung einige Tage später zur möglichen Gefahr nähere Angaben. Danach müßte ein Mensch unter der Voraussetzung, dass auch in Deutschland Schweinefleisch die Restmengen an MPA -wie in anderen EU Staaten festgestellt- enthielt, täglich 54 Schnitzel verzehren, um an die Schwelle einer möglichen Gefährdung zu gelangen.

Übrigens sind alle Lebensmittelproben auf MPA bisher negativ verlaufen.

Ist vCJD bald behandelbar?
Diese Frage erhielt im Juli neuen Aufschwung. Ein sogenanntes CpG-Molekül, dass eine angeborene Immunität anregt, ist von Münchner Forschern unter Prof. Kretzschmar bei infizierten Mäusen eingesetzt worden.
Bei einer Gruppe, die nach der Infektion viermal das Medikament CpG 1826 bekam, verzögerte sich der Ausbruch der Krankheit deutlich und bei der dritten Gruppe, die über 20 Tage täglich mit dem Mittel behandelt wurden, erkrankte kein Tier.
Weitere Forschungen folgen.

Großbritanien möchte innerhalb der nächsten 5 Jahre nur noch srapieresistente Schafe züchten. Bereits 100.000 Schafe sind einem Gentest unterzogen und die ersten resistenten Schafe sind bereits auf dem Markt.
Jede Woche werden 10.000 Schafe diesem Test unterzogen und die srapieresistenten Böcke werden ausgewählt. Die Regierung hofft, auf diese Art die über 250 Jahre alte Krankheit auszurotten. Kritiker befürchten neue Prionen-Stämme und verschlechterte Fleisch- und Wollqualitäten.

In Bayern sind jetzt die Ermittlungen wegen Tiermehl im Futter eingestellt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sind lediglich in 14 Futterproben von knapp 300 tierische Bestandteile nachgewiesen worden. Die Mengen lagen gerade über der Nachweisgrenze, so dass von einer absichtlichen Beimengung nicht die Rede sein kann. Die Proben waren unmittelbar nach den ersten bayrischen BSE Fällen genommen worden.

Die Staatsanwaltschaft hat dabei ermittelt, dass tierische Bestandteile auch auf anderen Wegen ins Futter geraten könnten, wie z.B. bei Erntearbeiten oder auf dem Transportweg. (Anm. Wie ist es mit Mäusen und Vögeln??)

Antibiotika gegen Prionen-Krankheiten?
Italienische Forscher haben Gewebeproben von vCJD Patienten und BSE Kühen mit Tetracyclin behandelt. Dadurch sank die Resistenz der Prionen auf Enzyme, deren Aufgabe es ist, Prionen zu entfernen. Prionen werden für die Degeneration der Gehirnzellen verantwortlich gemacht, Jetzt hoffen  die Forscher, dass dieses Mittel eine Hilfe sein könnte, zumal es derzeit keine Alternativen gibt.

In Kürze- Monat Juli 2002

Die Niederlande haben in diesem Jahr 13 BSE Erkrankungen und 41 seit 1997.
Aus der Schweiz wird von einem weiteren BSE Fall an einer auffälligen Kuh berichtet.

Frankreich meldet weitere 5 BSE Fälle, seit 1991 sind insgesamt 671 registriert. Bei einer im Februar 1998 geborenen Kuh wurde BSE festgestellt. Seit 1996 gelten bei unserem westlichen Nachbarn verschärfte Vorschriften für das Verfüttern von Tiermehl.

In Irland ist bei 221 BSE Tieren in diesem Jahr festgestellt worden. In diesem Land werden 2002 erstmalig alle Schlachtrinder über 30 Monate auf BSE getestet.

Die Slowakei meldet den 10. BSE Fall seit September 2001 und Belgien ist von insgesamt 85 BSE Rindern seit 1997 betroffen.

In Süd-Korea ist die MKS noch nicht unter Kontrolle. Erneut ist diese Viruskrankheit in einem Schweinebetrieb ausgebrochen. Aus der Mongolei wird ebenfalls MKS gemeldet, und in Kambodscha sind mehrere schweine- und rinderhaltende Betriebe von dieser Viruskrankheit betroffen.Auch das Westjordanland meldet diese Krankheit, die dort bei Ziegen und Schafen aufgetreten ist.

Die Volksrepublik China hat seit Anfang Juli die BSE Tests abgebrochen. Seit Mai 2001 sind in dem Land 1.863 Rinderhirne auf BSE untersucht worden. Alle Ergebnisse verliefen negativ.

Die bestätigten deutschen BSE Fälle sind um 4 auf 190 gestiegen-
davon sind 58 in diesem Jahr aufgetreten.

  Ich wünsche Ihnen schöne Tage. Schauen Sie wieder vorbei!

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